Am Wegrand.
Mein Tonbandgerät, ein westdeutsches Fabrikat.
Eine szenische Installation – Fragmente verborgener Figuren
Die Arbeit widmet sich der Begegnung zweier unterschiedlicher Identitätsbilder – einer schizophrenen Daseinsbeschreibung und eines linken ideologischen Bewusstseinsbilds, repräsentiert durch ihre Erlebens- und Emotionsbenennung, Identitätsarbeit und Handlungsfähigkeit. Die Auseinandersetzung ist eine rätselhafte Konfrontation mit Klang- und Bildvariationen. Gedankenstellun- gen in Sequenzen wirklichen Erinnerns. Eine angenommene zusammengewürfelte Realität – Phänomene, die scheinbar nicht dieselben Teile der Zeit und des Raums besetzen, sich aber annähern.
Die in einer spezifischen sprachlichen Formvorstellung vorgetragenen, modulierten und über ein Tonbandgerät abgespielten Artikulationen gegenübergestellte Texte – digital eingesprochen – werden über Kopfhörer vermittelt und durch die Performer mit ihrer eigenen Stimme in Dialog gesetzt. Die öffentliche Laborsituation entzieht sich der Linearität – es ist ein Zugriff auf soziale Wirklichkeitsmomente. Die Performer in ihrer Vermittlungsfunktion reproduzieren die collagierten Gedanken, direkt und reaktionslos.
Eine gemalte Kulisse mit einer fotografischen Erweiterung über 13 Quadratmeter begrenzt den Seh-Raum und arbeitet als Projek- tionsfläche. Figuren aus gesellschaftlichen Zwängen werden auf die Kulisse projiziert und in unterschiedlichen Montageformen eingegliedert. Sie bilden eine Skizze als Ordnungs- und Überblicksinstrument, eine grafische Transkription der Erfahrungsbeschreibung – gestisch-mimisch artikuliert in ihren Zuständen.
Das komplexe Beziehungsfeld zwischen den Einzelteilen von Sprachclustern, Artikulationen und Klangkonzentrationen – analog, digital und live –, einer Bildsprache mit ihren Figurkonstellationen und den Körperpositionen der Performer im Raum bildet die Grundlage zur Stabilität der szenischen Architektur.
Ich wende den Blick zurück in den Lebensraum akustischer Erinnerungen und sozialer Konstruktionen.
Erstpräsentation/ September 2021
Information/ Koordination: Alexandra Singer/ as@bildsprache.at
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